Archiv2010
Bericht Volksfreund.de vom 10.01.2010
Eine Ordensträgerin zum Anfassen
Trier Trier ist seit Samstag eine Monarchie. Denn bei der Gala der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) hat deren Präsident Peter Pries Ralf I. vom Heuschreck als Stadtprinzen inthronisiert. Doch die Sympathien der mehr als 950 Gäste in der Europahalle waren geteilt. Publikumsliebling war eindeutig Moderatorin Andrea Kiewel, die den 17. Kaiser-Augustus-Orden erhielt.
(mehi) „Ihr dürft mich nachher alle anfassen – und den Orden.“ Was Andrea Kiewel mit diesem Satz angerichtet hat, konnte sie nicht ahnen. Trauben von Fans umlagern den Tisch der Fernsehmoderatorin bei der ATK-Gala in der Europahalle. Jeder will ein Autogramm, sie in den Arm nehmen für ein Foto. Die 44-Jährige nimmt’s mit Humor und erweist sich als würdige Ordensträgerin: Sie scherzt, lacht, schunkelt und singt Karnevalslieder. Dabei ist sie – nach eigener Aussage – erst seit 2008 Fastnachterin.
Den 17. Kaiser-Augustus-Orden der ATK – verliehen für ihren Einsatz in der Welthungerhilfe – nimmt sie freudestrahlend von ATK-Präsident und Moderator Peter Pries in Empfang. Inmitten der römischen Legionen von Militis Bedensis und Vigilia-Romana-vindriacum scheint sie in ihrem goldfarbenen Kleid nicht auf der Bühne, sondern auf dem Trierer Hauptmarkt zu stehen. Denn das Bühnenbild zeigt die Stadtmitte und – getreu dem Rosenmontagszug-Motto „Närrisch grün, blau, rot und weiß von Paulin bis nach Mattheis“ – die Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Sichtlich beeindruckt ist Kiewel von der Feierlaune der 950 Trierer im Saal und von den Leistungen der „Tanzmädels“: den Solisten, dem Tanzpaar Denise und Sebastian Gouin, den Tänzern der Stadtgarde und von Grün-Weiß-Euren. „Ich würde euch alle in den Fernsehgarten einladen“, ruft sie – doch der hat Winterpause. Und nun ist die Zeit des Karnevals – und die „Geburt des Prinzen“, wie es Pries ausdrückt. Prinz Ralf I. (Burkhardt) bringt nicht nur die Stadtgarde Augusta Treverorum, Kooben- und Ehrengarde mit, sondern seinen gesamten Heuschreckchor und singt mit ihm „Das wird mit unsrem Prinzen eine supergeile Zeit“
.„Jetzt sind sie endlich auf der Mütze – die Federn“, ruft Burkhardt ungeduldig. Fünf sind es, die Pries dem 41-Jährigen an die Narrenkappe steckt. „Endlich kann ich als Prinz richtig durchstarten.“ Der Tradition seiner Gesellschaft folgend werde er als Alleinherrscher durch die Session führen – ein bedauerndes „Oh“ ist die Antwort seiner „Untertanen“. Oberbürgermeister Klaus Jensen beneidet den Stadtprinzen, „weil er extra jemanden hat, der die Steuern eintreibt“. Den könnte er wahrlich brauchen bei der klammen Stadtkasse. Es gebe viele, die denken: Karneval, das sei Köln oder Mainz. „Karneval ist Trier!“, ruft er. Das habe er als Rheinländer schnell gemerkt.