Archiv2012
Bericht Wochenspiegel vom 08.01.2011
Königliche Unterhaltung und viel Spaß bei der ATK-Gala 2012
Mariella Ahrens ist neuer Träger des Trierer Kaiser-Augustus-Ordens. Bei der Galasitzung der Arbeitsgemeinschaft Trier er Karneval wurde außerdem das neue Trierer Prinzenpaar inthronisiert. Peter Pries wurde zum ATK-Ehrenpräsidenten ernannt.
Trier. Mit gleich drei Höhepunkten konnte am Samstagabend in der voll besetzten Europahalle die Gala 2012 der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) punkten: die Verleihung des 19. Kaiser-Augustus-Ordens; die gelungene Doppel-Moderation des Abends durch den neuen ATK-Präsidenten Andreas Peters und Vizepräsident Stefan Feltes; sowie die Inthronisation des 35. Stadtprinzenpaares 2012 Miriam I. von Zalawen und Ralf II. vom Wieweler Thron. Damit nicht genug: Mehr als gerührt war Peter Pries von seiner Ernennung zum Ehrenpräsidenten der ATK, der die Gala von 1991 bis 2011 moderierte.
Der närrische Funke des Abends war schnell auch auf die diesjährige Trägerin des Kaiser-Augustus-Ordens Mariella Ahrens, Gräfin von Faber-Castell übergesprungen. In Trier erlebte sie zusammen mit ihrem Ehemann erstmals live eine Karnevalssitzung mit und war begeistert. Das mit dem Orden verliehene Preisgeld von 5555,55 Euro kommt ihrer Stiftung „Lebensherbst“ in Berlin zugute, die sich bundesweit um alte und besonders hilfsbedürftige Menschen kümmert. Mariella Ahrens hatte dazu bei ihrem ersten Trier-Besuch überhaupt auch das Altenheim der AWO an der Härenwies besucht und sich dort gut 90 Minuten mit den Bewohnern und den Räumlichkeiten vertraut gemacht. Dort sieht sie das Preisgeld gut aufgehoben und will, auch wenn Weihnachten schon vorbei ist, entsprechende Wünsche des AWO-Hauses, gerne finanziell berücksichtigen.
Passend zum diesjährigen Motto des Trierer Rosenmontagszuges “ Grand Prix der Narretei“ stimmte ab 20.11 Uhr die Eurovisionsmelodie auf den über dreistündigen offiziellen Teil des Gala-Abends ein. Bravourös meisterten es die 20 Kinder des KV Waldrach, mit einem temporeichen Showtanz das Publikum mitzunehmen auf eine ATK-Gala mit bewährten Elementen und neuer digitaler Bühnenoptik. Die Waldracher tanzten zu bekannten Ohrwurm-Melodien aus TV-Oldies wie „Väter der Klamotte oder den „Kleinen Strolchen“ und gewannen damit sofort Sympathie, Herzen und die Aufmerksamkeit der kompletten Europahalle.
Gekonnt und souverän hießen der neue ATK-Präsident Andreas Peters sein „Vize“ Stefan Feltes das Publikum willkommen und moderierten den Abend. Unter den vielen Ehrengästen, Prominenten und Sponsoren war auch die Gattin des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und Kaiser-Augustus-Ordensträgerin Roswitha Beck, die zu den treuesten Besuchern der ATK-Galas zählt. Oder Stiftungsgründerin Ingrid Koska.
In bester Mainzer-Hofsänger-Manier und stimmlich hervorragend aufgestellt präsentierte sich der 16köpfige Heuschreck-Chor unter Leitung von Stefan May. Unter anderem mit dem durch Frank Sinatra oder auch Harald Juhnke populären „I did it my way“ in der Trierer Version „ In Trier, da lässt sich´ s leben“.
Gelebte Gemeinsamkeit im Trierer Karneval „ das brachte sichtbar der Tanz „Die rote Zora und ihre Bande“ mit einem schmissigen Solistenmedley auf die Bühne. Die zehn Tanz-Solistinnen rekrutierten sich aus vier Vereinen aus Euren, Zewen, Welschbillig und den „Burgnarren Irsch“.
Peter Pries zum ATK-Ehrenpräsidenten ernannt
Mehr als gerührt war Peter Pries zu seiner einstimmigen Ernennung zum Ehrenpräsidenten der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval. Die neue Bühnenoptik mit Großbildschirmen und bewegten Live-Bildern des Abends machte nicht nur ein abwechslungsreiches Bühnenbild von Notenschlüsseln bis Fernseh-Studio-Flair bei „Abba“ hautnah möglich. Bei Pries´ Ehrung konnte man bis in die letzte Reihe der Europahalle optimal so manches Foto-Schätzchen aus Peter Pries´ jahrzehntelanger Karnevalsvergangenheit in Augenschein nehmen. Nur einige Stationen seien genannt: Beginn bei den Roten Funken, Einführung von Kindersitzungen, Chor- und Ballettmitglied bei den Heuschrecken, Sitzungspräsident der leider legendären Trierer Karneval-Fernsehsitzungen, natürlich Moderator des WOCHENSPIEGEL-Prinzenempfangs, Prinzenproklamation auf dem Trierer Hauptmarkt. Oder die über 100.000 Euro, die in seiner ATK-Amtszeit für Projekte der Kaiser-Augustus-Ordensträger zusammen kamen. Zu ihnen zählten so bekannte Persönlichkeiten wie „Mutter Beimer“ aus der Lindenstraße, der Trierer Sängermit Weltklasse-Stimme Franz Grundheber, Hannelore Kohl, Dieter Thoma von RTL, Dieter-Thomas Heck, Fußball-Legende Fritz Walter, Roswitha Beck. Karl Moik, „Kiwi“ aus dem ZDF-Fernsehgarten, DFB-Präsident Theo Zwanziger oder zuletzt TV-Koch Horst Lichter.
Pries will dem Trierer Karneval erhalten bleiben. Auch, um den „jungen Männern“ gerne zur Seite stehen, die nicht richtig bis elf zählen könnten. (Damit spielte er humorvoll darauf an, dass der offizielle Start in den Trierer Karneval 2011 nicht am 11.11. sondern erst am 12.11 erfolgte).
Bühnen-Präsenz in gleich mehrfacher Hinsicht zeigte anschließend das Tanzcorps der Stadtgarde Trier mit fast 50 Tänzern – der jüngste ganze sieben Jahre alt - auf der Bühne der Europahalle zu einem tänzerisch wie musikalisch mitreißenden Melodien-Best-of der „Höhner“.
Inthronisation von Ralf II. und Miriam I.
Nur so zu flogen dem aktuellen Prinzenpaar Miriam I. von Zalawen und Ralf II. vom Wieweler Thron die Herzen der Zuschauer, das zur Inthronisation mit Stadt-, Koben- und Ehrengarde sowie Vertretern der Wieweler und Gästen aus Kaiserslautern auf die Bühne zog. Die Industriekauffrau und der Polizeikommissar bei der Bundespolizei sind das 35. Stadtprinzenpaar und hatten für das Publikum auch gleich ihr offizielles Lied „Nichts wie rauf auf den Fastnachtsthron!“ mitgebracht zur Melodie nach Sportsfreunde Stiller – 54, 74, 90. 2006…“
Diadem und fünf Pfauenfedern sind die äußeren Insignien ihrer Macht, die ihr feierlich und mit Urkunde verliehen wurden. Ihr Hofstaat wurde u.a. mit Narrenspiegel, Maus oder einem Atlas als närrischem Navi ausgestattet, um die prinzeneigene Homepage zu pflegen oder alle Auftrittsorte des Stadtprinzenpaares auch zuverlässig zu erreichen.
Ihre Regentschaft wollen die zwei im Dienste von Frohsinn und König Jocus auch dazu nutzen, um sich für das Projekt des Trierer Kinderschutzbundes „Meine Burg“ zu engagieren. Dazu wurde mit der Firma Quint ein Prinzenpäckchen mit vier Wurstdosen kreiert. Der Erlös daraus kommt in vollem Umfang dem sozialen Stadtprinzenpaar-Projekt zugute.
Kampflos will, wie es OB Klaus Jensen in seinem gut gelaunten Grußwort formulierte, seine Stadtherrschaft nicht an das Stadtprinzenpaar abgeben. Er freute sich zusammen mit den 105.000 Einwohnern Triers, dass Trier mit Miriam I. und Ralf II. und der neuen Trägerin des Kaiser-Augustus-Ordens 2012, Mariella Gräfin von Faber-Castell, zu einem richtigen „Adelsschwerpunkt“ geworden sei. In seinen Dank für die großartige Gala schloss er auch Peter Pries für dessen „karnevalistisches Lebenswerk ein“ sowie die 17 Vereine mit tausenden von weiteren Aktiven, die Jahr für Jahr den „Karneval organisieren und so schöne Stunden bereiten“. Ein Kompliment machte Jensen auch den beiden Nachfolgern von Peter Pries, Andreas Peters und Stefan Feltes: „Ihr macht das richtig klasse“.
Den ersten Prinzenorden erhielt natürlich Jensen als erster Bürger der Stadt vom Prinzenpaar überreicht, der zugleich Ehrenkommandant der Stadtgarde ist.
Zu der Musik von Pink zeigten die 13 „Crazy Ladies“ und ein Tänzer der Zewener Baknaufen einen perfekten Showtanz, der zur feierlichen Kaiser-Augustus-Ordensverleihung 2012 überleitete.
Kaiser-Augustus-Orden für Mariella Ahrens
Flankiert und gut bewacht von der römischen Wache Wintrich als „Vigilia Romana Vindriacum“, wurde Mariella Ahrens mit ihrem Ehemann auf die Bühne geleitet.
Unter der möglichen Schlagzeile „Vom Hinterhaus ins Grafenhaus“ zeichneten die beiden Moderatoren des Abends die Biographie der Geehrten beispielhaft nach: Am 2. April 1969 in Leningrad als Kind deutscher rund bulgarischer Eltern geboren, war ihr in der Kindheit und frühen Jugend ein wechsel- und auch leidvolles Leben beschieden. Sie wuchs bei den Großeltern in Bulgarien auf, später auch im sog. Plattenbau im damals noch geteilten Deutschland und Ost-Berlin. Auch das Leben als alleinerziehende Mutter prägte die heute bekannte Film- und TV-Darstellerin.
2005 gründete sie den Verein „Lebensherbst“ in Berlin, der alte Menschen ernst nimmt, ihnen den erforderlichen Respekt entgegenbringt und ihnen auch zum Lebensabend mehr als nur ein Lächeln ins Gesicht zaubern will.
Diese soziale und menschliche Lebensleistung schon in so jungen Jahren würdigt der Kaiser-Augustus-Orden 2012, ausgestattet mit der Summe von 5555,55 Euro durch die Sparkasse und Provinzial.
Mariella Ahrens war voll des Dankes und Lobes für Auszeichnung und den Scheck. „So eine Biographie habe ich von mir in der Öffentlichkeit noch nie gehört“. Gerührt zeigte sie sich auch von der „Herzlichkeit und Wärme“ in der Stadt Trier. Sie sei sehr stolz, diesen Preis entgegennehmen zu können. Wichtig ist ihr, dass man in der Schule nicht nur lerne, dass es Kindern schlecht gehe, sondern auch alten Menschen. Man solle an seine Eltern und Nachbarn denken: „Sie haben unsere Gegenwart aufgebaut“. Gerne sagte sie zu, das mit der Verleihung verbundene Ordensgeld für Trier zu verwenden.
Nach den offiziellen Erinnerungs- und Medienfotos konnte die Tanzsportgruppe Goldene Kooben aus Euren unter Beweis stellen, dass sie verdientermaßen amtierender Landesverbandsmeister im Marschtanz ist. 21 Tänzerinnen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren präsentierten Tanzkunst vom Feinsten und mit höchster Präzision.
Der offizielle Teil des Abends klang mit der "Waterloo-Band“ aus, die nicht nur ABBA auf der Bühne lebendig werden ließ. Bei bester Stimmung wurde bis in der frühen Morgen hinein gefeiert und getanzt.
Quelle (hwg)